Cannabinol (CBN) ist eine der weniger bekannten Cannabinoidverbindungen im Vergleich zu den anderen in Cannabis vorhandenen. Während CBD und THC am besten erforscht sind, war CBN das erste Cannabinoid, das im späten 19. Jahrhundert wissenschaftlich isoliert wurde, obwohl seine chemische Synthese erst 1940 erfolgte. Trotz seines hohen Alters hat es jedoch erst in jüngster Zeit aufgrund seiner angeblichen schlaffördernden und entspannenden Wirkung Aufmerksamkeit erregt.
CBN bildet sich auf natürliche Weise, wenn THC Licht und Wärme ausgesetzt wird und dabei oxidiert. Da sich CBN von THC ableitet, haben beide eine ähnliche Molekularstruktur: THC trägt sogar "Cannabinol" in seinem Namen (Tetrahydrocannabinol). Insbesondere bewirkt eine längere Einwirkung von Luft (Oxidation), dass das in frischem Cannabis vorhandene THCA-Molekül in CBNA umgewandelt wird. Wird die Säureform von Cannabinol (CBNA) wiederum Hitze oder ultravioletten Strahlen ausgesetzt, wird sie in CBN, die aktive Form der Verbindung, umgewandelt.
Und da CBN mit der Alterung von Cannabis entsteht (es ist das Cannabinoid, das in Jahrtausende alten Grabbeigaben in China am besten erhalten geblieben ist), wurde dieses Cannabinoid in der Vergangenheit typischerweise mit altem oder schlecht getrocknetem oder gehärtetem Cannabis in Verbindung gebracht, was ihm einen etwas schlechten Ruf eingebracht hat, da es möglicherweise nicht so stark berauschend wirkt, wie man es gerne hätte, sondern eher narkotische Eigenschaften hat.
Man kann auch mehr CBN erhalten, wenn man die Pflanze in einem späteren Stadium der Reifung schneidet, wenn die Trichome von ihrer typischen milchig-weißen Farbe zu einer eher bernsteinfarbenen Färbung übergegangen sind, denn wenn die Trichome sich zersetzen oder oxidieren, nehmen sie diesen Farbton an.
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